der Weg zur Lenkberechtigung

 

Die erste Anregung von unserem Freund Andy, den Code 111 gemeinsam in Angriff zu nehmen, wurde von Eva erfolgreich abgewehrt. Auch Argumente wie Sonne, blauer Himmel, gemütliche Ausfahrt mit einem Roller zählten nicht. Bei den ersten Wochenendbesuchen mit Ihrem neuen Moped, schilderten uns Andrea & Andy ganz begeistert vom Feeling des Zweiradfahrens. Wir konterten mit 'relaxter' Gartenarbeit bei 25° Grad im Schatten wie z.B. dem Entfernen von Maulwurfshügeln, Rasen mähen, Unkraut stechen usw. - auch ein schöner Zeitvertreib .

[Eva] - irgendwann im Jänner 2000:
Also jetzt hat der Andy schon zum dritten mal anklingen lassen, ob er nicht doch vielleicht den A-Schein machen sollte und was ich davon halte. Hmmm, sehr verdächtig....  Jetzt wird´s wahrscheinlich ernst. Außerdem hat er daheim überall Prospekte von bestimmten Motorrädern demonstrativ aufgelegt, damit ich sie immer vor Augen habe und mich schön langsam damit anfreunden kann.

Bald war der erste Besuch beim Händler vereinbart und wir begutachteten mit großen, leuchtenden Augen die vielen verschiedenen Bikes. Innerhalb von wenigen Tagen war von Andy das Modell ausgesucht – eine BMW R1100RT – das richtige Gefährt für einen Anfänger . Wer Andy kennt weiß, dass alle Ausredungsversuche sinnlos waren. Na bitte, wenn´s unbedingt sein muss ... aber nur unter der Bedingung, dass er vor dem Kauf zumindest einmal mit so einem Gerät gefahren ist.

 Bild 1: Am Anfang war die Ausrüstung

Dieser Forderung war relativ leicht nachzukommen. Auf Empfehlung von Andy wurde die umfangreiche Homepage der Fahrschule  in Mödling studiert und nach Durchsicht der Schulfahrzeuge als DIE Richtige auserwählt. Das erste Telefonat mit Alex, dem Fahrschulinhaber, war der Beginn eines sehr amüsanten Weges zum A-Schein. (stark gekürzte Fassung von ~55 min.)



15. Februar 2000

/me:

<Begrüßung>, ich möchte auf dem schnellsten Weg den A-Schein machen, wohne in Hochstraß und hab gehört man müsse eine Fahrschule in Wohnortnähe aufsuchen....

Alex:

<Begrüßung>, aha Sie arbeiten also in Mödling?

/me:

nein im 22. Bezirk

Alex:

im 22.Bezirk ?! und warum wolln´s dann gerade bei uns in Mödling den Schein machen?

/me:

naja Sie haben da auf der Homepage eine BMW R1100RT als FAHRSCHULFAHRZEUG angeführt und selbige möchte ich bald mein Eigen nennen

Alex:

Fahrschulfahrzeug ist korrekt, aber eher für den Fahrlehrer als für den Schüler gedacht

/me:

winsel, seh ich schon ein, aber - dieses 'Moped' in den Kopf gesetzt, Frau versprochen vor Ankauf damit zu fahren, 1000 Gründe folgten...

Alex:

Hmm, naja sie haben aber sicher Mopederfahrung von früher ?!

/me:

[Notlügenmodus on:] Jajaja ich bin früher oft mit dem Moped gefahren....
[Notlügenmodus off:]

Alex:

Na gut, folgender Vorschlag: Die erste Doppelstunde würde der Günter, einer unserer Fahrlehrer, mit der F650 übernehmen. Sollte alles gut gehen, werde ich mich der restlichen Fahrausbildung annehmen.
Will heißen: Sollte zur zweiten Stunde wieder der Günter erscheinen, vergessn´s die RT <eg>

Nach umgehender Anmeldung in der Fahrschule und Erledigung der Behördenwege (Aktumleitung von WU nach Mödling), wurde noch schnell die richtige Bekleidung angeschafft und der ersten Fahrstunde stand außer dem Wetter nichts mehr im Wege.


25. Februar 2000

Trotz sehr niedriger Temperatur kam ich bei den ersten Fahrübungen wie Anfahren, Zielbremsen, Spurgasse, Slalom und natürlich nicht zu vergessen die beliebten Achter, ziemlich ins Schwitzen. Obwohl wir das Fahrschulgelände nicht verließen und ich eigentlich immer nur im Kreis fuhr, stand aber eines bereits fest:
Motorradfahren ist 'einfach genial'.
In der zweiten Übungsstunde ging´s bereits mit Alex !!! quer durch Mödling und auf einen Kurzbesuch zu Eva nach Hochstraß. Bei der Rückfahrt erfolgte der erste Umstieg von der F650 auf die 1100RT. Den Eindruck einer so mächtigen Maschine unter mir, werde ich lange nicht vergessen. Ebenso den Anblick von Alex, der mit seinen 1,95m zu seinem Leidwesen auf der tiefergelegten 650er vor mir herfuhr.


6. März 2000

Nach unzähligen Lernstunden vor dem Computer wurde die Theorieprüfung fehlerfrei absolviert.


7. März 2000

Endlich ist es soweit. Nach reiflicher Überlegung und Durchsicht der angebotenen Modelle, wurde eine schwarze R 1100RT ausgewählt.


Händler:

<näselnd>...schon ein schönes Motorrad, vor allem serienmäßig ABS, verstellbares Windschild blablabla, möchtens net eine Probefahrt machen, ich lass´ gleich herrichten...

/me:

<ebenso näselnd>...nein danke ist nicht notwendig §%$§@


Im strömenden Regen überstellte mir Andy zwei Tage später die RT vom Händler in unsere Garage. Evas Zusammenfassung: Wie ein kleines Kind zu Weihnachten, nur das Spielzeug ist kostspieliger.


13. März 2000

Der Tag der Wahrheit - Praxisprüfung:
Eine Stunde vor Prüfungsbeginn im Fahrschulhof aufsalutiert, RT gestartet und unzählige Achter und Spurgassen geübt. Als der auf den ersten Blick eher grantig wirkende Prüfer mit den Worten "endlich a gscheide Maschin" auf mich zukam, war meine Nervosität wie weggeblasen und ich absolvierte die 25 Prüfungsminuten ohne Fehler.

Am nächsten Morgen fand ich mich punkt 0800 Uhr in Purkersdorf bei der BH-WU ein und übergab den Prüfungsakt. 15 min. später eilte ich bereits mit der neuen EU-Lenkberechtigung meiner 'wartenden RT' entgegen.
Schnell ins Gewand, rauf auf das Moped und ab in Richtung Wildalpen ...Gaaaaaaasss... der Beginn einer Sucht, der weder Eva noch ich widerstehen können...

 Bild 2: Evas erste Ausfahrt als Sozia bei Alex

 Bild 3: Das neue Moped / die letzte Übungsfahrt
           (/me, Alex - Fahrlehrer, Andy)

 Bild 4: Die erste Ausfahrt am 14. März 2000 - Wildalpen

 Bild 5: Mitte März ist einfach zu früh für den Zellerain

 Bild 6: Auf dem Weg zur KK (Kalte Kuchl)

 Bild 7: Touristenfreier Erlaufsee (Ende März)

 Bild 8: Erdfunkstelle Aflenz

 

 

 

 


 

Letzter Update: 23-12-08